Was ist der Brennwert?

Gasflamme eines Gasherds

Die Bundesnetzagentur definiert den Begriff Brennwert wie folgt: „Der Brennwert steht für die Wärme- bzw. Energiemenge, die bei der Verbrennung des Gases und der anschließenden Abkühlung der Abgase (Kondensationswärme) freigesetzt wird. […]

Der Brennwert hängt von der genauen Gas-Zusammensetzung ab. Beispielsweise haben Butan und Propan einen wesentlich höheren Brennwert als Methan, das den größten Volumenanteil des Erdgas-Gemischs ausmacht. Der Brennwert ist geringer, wenn das Gasgemisch einen hohen Anteil reaktionsschwacher Inertgase wie Kohlendioxid und Stickstoff aufweist.“

Hier geht es direkt zu den aktuellen Brennwerten der bnNETZE.


Der Brennwert von Erdgas

Ein Brennwert beziffert demzufolge die spezifische thermische Energie, die in einem Stoff – hier in Erdgas – enthalten ist. Der Brennwert wird in der Einheit kWh/Nm3 (Kilowattstunden pro Normkubikmeter) angegeben.

In Deutschland sind mit L-Gas (Low calorific gas) und H-Gas (High calorific gas) zwei unterschiedliche Erdgasarten gebräuchlich. L-Gas besitzt einen geringeren Methananteil und damit einen geringeren Brennwert als H-Gas. Deswegen werden beide Gasarten auch in getrennten Leitungsnetzen transportiert. L-Gas hat einen Brennwert, der zwischen ca. 8,4 und 11,2 kWh/m3 liegt. Das in Deutschland überwiegend angebotene H-Gas verfügt über einen höheren Brennwert. Dieser liegt üblicherweise bei ca. 10 bis 13,1 kWh/m3. Auch in den Erdgasnetzen von bnNETZE fließt H-Gas.

Die Förderung von L-Gas wird bis 2030 komplett eingestellt. Betroffene Haushalte – vornehmlich in Nordwest- und Westdeutschland – werden deshalb in den nächsten Jahren auf das Erdgas mit dem höheren Brennwert umgestellt.

Bilanzierungsbrennwert

Beim Bilanzierungsbrennwert (alte Bezeichnung: Referenzbrennwert) handelt es sich um einen vorläufigen Brennwert zur vorläufigen Energiemengenermittlung, der aufgrund vorgegebener Bilanzierungsprozesse Anwendung findet. Er wird nicht zur Erstellung einer Energieabrechnung verwendet.

Die Bilanzierungsbrennwerte werden durch das in der Kooperationsvereinbarung (KoV) anerkannte Vorvormonatsabrechnungsbrennwert-Verfahren (VM2) pro Brennwertzone ermittelt. Das bedeutet, dass der Bilanzierungsbrennwert für einen Monat immer identisch zum abrechnungsrelevanten Brennwertes des Vorvormonats ist (Beispiel: Bilanzierungsbrennwert August 2022 = abrechnungsrelevanter Brennwert Juni 2022).

Abrechnungsrelevanter Brennwert

Das im Versorgungsnetz der bnNETZE verteilte Erdgas unterscheidet sich innerhalb der einzelnen Brennwertzonen im Energieinhalt. Für jede Brennwertzone wird ein abrechnungsrelevanter Brennwert pro Monat ermittelt. Mit diesen Werten wird jeweils die exakte Energiemenge ermittelt, die in einer Abrechnungszeitspanne an jeden einzelnen Kunden übergeben wird. Das Verfahren zur Ermittlung ist gesetzlich festgelegt und im Arbeitsblatt G 685 „Gasabrechnung“ beschrieben. Die Eichdirektion Baden-Württemberg überprüft regelmäßig die Einhaltung des Verfahrens.

Bei der Abrechnung wird aus den gemessenen Einspeisebrennwerten des jeweiligen Abrechnungszeitraums ein durchschnittlicher Brennwert ermittelt. Die aktuellen Gasbeschaffenheitsdaten der bnNETZE (PDF 316,8 kB) geben einen Überblick über den Durchschnittsbrennwert und ermöglichen es Ihnen, den Brennwert Ihres Gasbezugs nachzuvollziehen.


Den Brennwert von Gas ermitteln

Aus dem Heizwert Ihres Gases lässt sich der Brennwert annähernd ermitteln. Setzen Sie als Faustformel dazu einfach ein Plus von 10 Prozent an. Ein Beispiel:

  • Der Heizwert Ihres Gases beträgt 10 kWh/m3
  • 10 Prozent des Heizwertes betragen 1 kWh/m3
  • Dann liegt der Brennwert Ihres Gases etwa bei 11 kWh/m3

Diese Überschlagsrechnung funktioniert natürlich auch auf umgekehrtem Wege, um auf der Grundlage des Brennwertes den Heizwert Ihres Gases zu ermitteln. Die exakten Umrechnungsfaktoren finden Sie in folgender Tabelle.

Energieträger Umrechnungsfaktor
Heizwert in Brennwert
Umrechnungsfaktor
Brennwert in Heizwert
Erdgas 1,11 0,901
Flüssiggas 1,09 0,917
Heizöl 1,06 0,943

Tabelle: Mit diesen Umrechnungsfaktoren lassen sich Brennwert und Heizwert von Gas und Öl exakt berechnen.

Wichtig zu wissen

Unter Heizwert versteht man die Energiemenge, die sich aus der vollständigen Verbrennung des Erdgases ergibt. Betrachtet wird nur die maximal mögliche Wärmeenergie. Mehr zum Unterschied zwischen Heizwert und Brennwert

Brennwert und Zustandszahl

Der Brennwert beschreibt die Qualität des Gases, das wir Ihnen liefern. Welche Menge an Energie ein Kubikmeter Gas enthält, das erfahren Sie mithilfe des Brennwertes. Die aktuellen Gasbeschaffenheitsdaten der bnNETZE (PDF 316,8 kB) geben Auskunft über den Brennwert in den jeweiligen Brennwertzonen der bnNETZE (PNG 846,6 kB).

Die Zustandszahl beziffert das Verhältnis des Gasvolumens im Normzustand zum Betriebszustand bei Ihnen zu Hause. Der Normzustand weist einen Druck von 1 bar bei einer Temperatur von 0° Celsius auf. Zum besseren Verständnis: Parameter wie Temperatur und Luftdruck wirken sich auf das Volumen von Gas aus. Um eine Vergleichbarkeit der Gasmengen an verschiedenen Verbrauchsstellen mit unterschiedlichen Bedingungen zu ermöglichen, wird die Zustandszahl benötigt. Die Zustandszahl finden Sie auf Ihrer Gasabrechnung.

Wichtig zu wissen

Als aufmerksamer Betrachter Ihrer Gasabrechnung ist Ihnen sicherlich schon aufgefallen, dass Ihr Gasverbrauch dort in verbrauchten Kilowattstunden (kWh) aufgeführt ist. Der Gaszähler in Ihrem Keller zeigt den Verbrauch aber in Kubikmetern (m3) an. Warum das so ist? Aus dem reinen Gas-Volumen lässt sich nicht die tatsächlich enthaltene Energie herauslesen. Deswegen basiert Ihre Rechnung auf verbrauchten Kilowattstunden. Damit zahlen Sie die Energie, die tatsächlich in Ihrem verbrauchten Gas gesteckt hat.

Brennwert von Öl und Gas im Vergleich

Der Brennwert von Öl liegt bei ca. 9,8 kWh pro Liter – oder bei ca. 11,4 kWh pro Kilogramm. Im Vergleich dazu liegt der Brennwert von Gas bei 8,4 bis 13,1 kWh pro Kubikmeter. Bei einem CO2-Vergleich zwischen Öl- und Gasheizung zeigt sich obendrein, dass eine Gas-Brennwertheizung deutlich weniger klimaschädliche Emissionen verursacht als eine Öl-Brennwertheizung:

  • Erdgas: 246 g CO2 pro Kilowattstunde
  • Heizöl: 318 Gramm CO2 pro Kilowattstunde

Quelle: Umweltbundesamt

Wichtig zu wissen

Bei der Entscheidung für eine neue Heiztechnologie sollten Sie nicht nur die Brennwerte der Energieträger vergleichen. Platzbedarf, Kosten, Klimafreundlichkeit und gesetzliche Rahmenbedingungen spielen ebenfalls eine Rolle. Ölheizungen dürfen ab dem Jahr 2026 z.B. nur noch als Hybridheizungen in Kombination mit erneuerbaren Energien eingebaut werden.

Heizwert oder Brennwert?

Der Heizwert gibt die Energiemenge an, die beim Verbrennen fossiler Brennstoffe freigesetzt wird – abzüglich des Energiegehalts der Abgaswärme. Im Unterschied dazu berücksichtigt der Brennwert das gesamte Energiepotenzial – einschließlich der Verdampfungswärme.

Vor diesem Hintergrund eignet sich die Betrachtung des Brennwertes besser als die Einbeziehung des reinen Heizwertes. Das gilt beispielsweise für die Beurteilung einer Heizung hinsichtlich der jeweiligen energetischen Standards.

Was unterscheidet Heizwert und Brennwert?

Einsparung Brennwert gegenüber Heizwert

Die Messwerte Heizwert und Brennwert unterscheiden sich durch den Wärmeverlust durch Kondensation. Die Verlustenergie wird beim Heizwert abgezogen, ist im Brennwert aber enthalten. Bei Gas beträgt der Wärmeverlust rund 11 Prozent, bei Öl rund 6 Prozent. Moderne Heizungsanlagen können diese Verluste minimieren, indem die Energie genutzt wird, die in den warmen Abgasen steckt. Dazu werden die Verbrennungsgase auf rund 55° Celsius so abgekühlt, dass das enthaltene Wasser kondensiert und Wärmeenergie freigesetzt wird. Moderne Brennwertheizungen nutzen die Kondensationswärme zusätzlich zur Verbrennungsenergie aus und bieten so ein erhebliches Einsparpotenzial.